wirklich

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1wirk|lich ['vɪrklɪç] <Adj.>:
in Wirklichkeit vorhanden; der Wirklichkeit entsprechend:
sie erzählt eine wirkliche Begebenheit; das wirkliche Leben sieht ganz anders aus; was du wirklich willst, weiß ich nicht; die Geschichte hat sich wirklich zugetragen; er interessiert sich nicht wirklich dafür.
Syn.: existent, 1 faktisch, gegenständlich, greifbar, konkret, leibhaftig, materiell, praktisch (ugs.), real, reell, richtig, stofflich, tatsächlich, wahr.
  2wirk|lich ['vɪrklɪç] <Adverb>:
dient der Bekräftigung, Verstärkung; in der Tat:
sie wird wirklich kommen; ich weiß wirklich nicht, wo er ist; er hat sich wirklich entschuldigt; das ist doch Blödsinn, also wirklich!; darauf kommt es nun wirklich nicht an; es tut mir wirklich leid.
Syn.: auch, 2 echt, gewiss, tatsächlich, wahrhaftig, zweifellos.

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wịrk|lich 〈Adj.〉
I 〈attr.; präd.〉
1. tatsächlich, echt
2. tatsächlich vorhanden, bestehend
3. der Wirklichkeit, den Tatsachen entsprechend
● \wirklich! ganz bestimmt!, du kannst es glauben!; \wirklich? ist das wahr? ● er ist ein \wirklicher Künstler; das \wirkliche Leben ist ganz anders, als es in diesen Romanen, Filmen geschildert wird; Wirklicher Geheimer Rat 〈früher Ehrentitel für〉 höchster Beamter; er hat es so dargestellt, aber der \wirkliche Sachverhalt ist anders ● wir müssen die Dinge so sehen, wie sie \wirklich sind
II 〈adv.〉 in der Tat, bestimmt ● er ist \wirklich ein anständiger Kerl 〈verstärkend〉; du bist \wirklich ein Künstler 〈umg.〉; es ist \wirklich kaum zu glauben 〈verstärkend〉; bist du \wirklich dort gewesen? ● \wirklich (sehr) hübsch! 〈verstärkend〉; das ist \wirklich reizend von dir 〈verstärkend〉 ● nicht \wirklich 〈umg.〉 eigentlich nicht, nicht richtig; sie hat es nicht \wirklich gern getan; sie hat ihn nicht \wirklich geliebt
[<spätmhd. wirkelich „tätig, wirksam, wirkend“ <mhd. würke(n)lich, würklich „handelnd, tätig, durch Handeln geschehend, in einem Tun bestehend“; → wirken]

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1wịrk|lich <Adj.> [spätmhd. wirkelich, mhd. würke[n]lich, würklich, eigtl. = tätig; wirksam; wirkend]:
1. in der Wirklichkeit vorhanden; der Wirklichkeit entsprechend:
eine -e Begebenheit;
das -e Leben sieht ganz anders aus;
der Autor schrieb später unter seinem -en Namen;
manchmal ist ein Traum -er (sagt er mehr über die Wirklichkeit aus) als die äußerlich greifbaren Dinge;
was empfindet, denkt, will er w. (in Wirklichkeit)?;
die Kinder hörten am liebsten Geschichten, die sich w. zugetragen hatten;
sich nicht w., sondern nur zum Schein für etw. interessieren.
2. den Vorstellungen, die mit etw. verbunden werden, genau entsprechend; im eigentlichen Sinne:
-e Freunde sind selten;
ihr fehlt eine -e Aufgabe;
das war für mich eine -e (spürbare) Hilfe;
er versteht w. etwas von der Sache.
2wịrk|lich <Adv.> [zu: 1wirklich]:
dient der Bekräftigung, Verstärkung; in der Tat:
da bin ich w. neugierig;
ich weiß w. nicht, wo er ist;
w., so ist es!;
nein, w.? (ist es so?);
darauf kommt es nun w. (ganz bestimmt) [nicht] an;
er ist es w. (jetzt erkenne ich ihn);
ich habe nicht w. (ugs.; eigentlich nicht) damit gerechnet.

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wịrk|lich [spätmhd. wirkelich, mhd. würke[n]lich, würklich, eigtl. = tätig; wirksam; wirkend]: I. <Adj.> 1. in der Wirklichkeit vorhanden; der Wirklichkeit entsprechend: eine -e Begebenheit; das -e Leben sieht ganz anders aus; ... hehre Ideale und reine Symmetrie weisen verblüffende Gemeinsamkeiten auf: Beide materialisieren sich im -en Leben ziemlich selten ... (natur 1, 1996, 3); Schließlich können Sie durch echte Bewerbungen Ihren -en Marktwert ermitteln (Capital 2, 1980, 44); Du hast offenbar keine Ahnung von der -en Situation, Hans. Verzeih, aber als Freund muss ich dir das sagen (Prodöhl, Tod 34); der Autor schrieb später unter seinem -en Namen; manchmal ist ein Traum -er (sagt er mehr über die Wirklichkeit aus) als die äußerlich greifbaren Dinge; Er nimmt etwas vorweg, was denkbar, w. und glaubhaft ist: eine Katastrophe in einem Kernkraftwerk (natur 5, 1991, 94); was empfindet, denkt, will er w. (in Wirklichkeit)?; die Kinder hörten am liebsten Geschichten, die sich w. zugetragen hatten; sich nicht w., sondern nur zum Schein für etw. interessieren; <subst.:> Also kann es nichts Wirkliches geben, nichts Geschaffenes, das von Grund auf böse ist (Stern, Mann 251). 2. den Vorstellungen, die mit etw. verbunden werden, genau entsprechend; im eigentlichen Sinne: -e Freunde sind selten; ihr fehlt eine -e Aufgabe; Es gab also keinerlei Zerstreuung in des Wortes -er Bedeutung (Dönhoff, Ostpreußen 104); das war für mich eine -e (spürbare) Hilfe; er versteht w. etwas von der Sache. II. <Adv.> dient zur Bekräftigung, Verstärkung; in der Tat: da bin ich w. neugierig; ich weiß w. nicht, wo er ist; er ist w. zu ihm hingegangen und hat sich entschuldigt; Dieser Mann konnte unheimlich nett sein, also w. (M. Walser, Seelenarbeit 79); hier stand doch nun w. gleich am Anfang eine große Theorie (Gruhl, Planet 210); w., so ist es!; nein, w.? (ist es so?); darauf kommt es nun w. (ganz bestimmt) [nicht] an; er ist es w. (jetzt erkenne ich ihn); es tut mir w. und wahrhaftig (mir wahrhaft) leid, aber nun Schwamm drüber (Bieler, Mädchenkrieg 266).

Universal-Lexikon. 2012.

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